{"id":25,"date":"2013-03-10T11:36:45","date_gmt":"2013-03-10T09:36:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pinks-place.de\/?p=25"},"modified":"2025-06-04T18:29:57","modified_gmt":"2025-06-04T17:29:57","slug":"traume","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.pinks-place.de\/?p=25","title":{"rendered":"Tr\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<p><em>Ebenfalls hier hatte ich versucht ein gewisses Zeitlimit nicht zu \u00fcberschreiten, wodurch alles etwas gestaucht wirkt&#8230;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwei\u00dfgebadet wachte er auf. Wieder einer dieser Tr\u00e4ume. Er hatte sie nun schon einmal die Woche. Jedes Mal wenn er wieder aufrecht im Bett sa\u00df, die Laken zerw\u00fchlt und feucht von schierer Anstrengung, die der Traum anscheinend mit sich brachte, wollte er hinausschreien: \u201eWarum nur ich?\u201c<\/strong><br \/>\n<strong>Vor einem Jahr begann es, der erste Traum. Eine\u00a0 junge Frau, stand auf einer Br\u00fccke. Die Br\u00fccke kannte er , sie f\u00fchrte zum Nachbarort \u00fcber den Fluss. Alt und von Flechten \u00fcberwuchert thronte sie nicht nur in seinen Tr\u00e4umen majest\u00e4tisch \u00fcber\u00a0 die rei\u00dferischen Stromschnellen. Felsen ragten immer mal wieder aus dem Wasser heraus, als wollten sie sich mit der Str\u00f6mung\u00a0 messen. So stand die junge Frau mit der zierlichen Gestalt\u00a0 N\u00e4chtens auf diesem Thron und sah traurig in die Fluten. Ihr langes rotes Haar umwehte ihr\u00a0 blasses, schlankes Gesicht. Nur die Sommersprossen gaben ihrem traurigen Gesicht eine gewisse Keckheit. W\u00e4hren ihre silbrig gl\u00e4nzenden Tr\u00e4nen die Wangen herunter liefen kletterte sie mit entschlossenem Blick \u00fcber das Gel\u00e4nder. Ihre Bewegungen waren ruhig, keine Spur von Angst. Henry schrie, er schrie in den Traum hinein und schrie, w\u00e4hrend er sich auf\u00a0 seinen Laken w\u00e4lzte.<\/strong><br \/>\n<strong>Als er aufwachte verblasste der Traum nicht, wie es sonst f\u00fcr Tr\u00e4ume \u00fcblich war, sondern lag ihm kristallklar vor Augen. Er wachte in dem Moment auf, als sie ihre Hand von dem Gel\u00e4nder, der letzten Bastion Leben nahm und in die bodenlose Schw\u00e4rze fiel.<\/strong><br \/>\n<strong>An Schlaf konnte Henry nicht mehr denken. Die ganze Zeit sah er ihr Gesicht vor seinem geistigen Auge. Er sa\u00df in seiner K\u00fcche und trank frisch gebr\u00fchten Kaffee, als er zu der Entscheidung kam am n\u00e4chstem Morgen zur Br\u00fccke zu fahren und sich mal umzusehen, nur um diesen Traum aus seinem Kopf zu verbannen. Zufrieden mit sich selber legte er sich auf die Couch um dort noch ein wenig Erholung durch einen D\u00e4mmerzustand zu erlangen.<\/strong><br \/>\n<strong>Nachdem Henry blinzelnd wach wurde, stellte er nach einem Blick auf die Uhr fest, dass er 3 Stunden geschlafen hatte. Das Gesicht tauchte vor seinem inneren Auge wieder auf, die Augen schienen ihn anzuflehen, ihr zu helfen. So versuchte er die Erinnerungen des Traumes abzusch\u00fctteln\u00a0 bei einer Katzenw\u00e4sche und einer Tasse Kaffee.<\/strong><\/p>\n<p><center><\/center><strong>Der Tacho seines alten Ford Sierra zeigte stolze 90km\/h an, doch Henry bemerkte gar nicht wie schnell er fuhr, denn irgendetwas zog\u00a0 ihn an, wie eine Kraft die ihn an diesem Ort wissen wollte. Als er ankam hastete er zu der Stelle und Stolpertete mehr, als er lief. Als er das Gel\u00e4nder der Br\u00fccke ber\u00fchrte durchfuhren ihn die Erinnerungen wie ein Blitz. Er sah alles aus den Augen der Frau. Wie sie \u00fcber die Br\u00fcstung stieg, wie sie sprang. Und doch war etwas falsch, nur konnte er es nicht benennen. Irgendwas f\u00fchlte sich nicht richtig an. Als er sich umsah, ersch\u00f6pft von der Nacht und den \u00fcberw\u00e4ltigenden Erlebnis, welcher er hatte, entdeckte er etwas. Ein schimmernden Ohrring, denselben den die Frau im Traum trug. Wie konnte dies sein, fragte Henry sich immer und immer wieder. Er war geschockt, konnte oder wollte vielleicht nicht an die M\u00f6glichkeit glauben, dass sein Traum wahr wurde. Die Meldung in den Nachrichten zerst\u00f6rte diese stille Hoffnung g\u00e4nzlich. Ihr Bild erschien in den Fernsehern und weder Familie noch Freunde konnten verstehen warum diese lebensfrohe Frau tot aus dem Fluss geborgen wurde. In den N\u00e4chten darauf schlief Henry sehr schlecht, als der n\u00e4chste Traum\u00a0 ihn heimsuchte. Ein leicht untersetzter Mann mit beginnender Glatze ging \u00fcber die Stra\u00dfe, als ein Transporter auf ihn zueilte. Es ging alles sehr schnell und der Mann litt nicht lang, aber Henry litt in seinem Bett H\u00f6llenqualen. Er wollte dem Mann eine Hand reichen, die Blicke trafen sich und Henry sah das Flehen und\u00a0 sah, wie\u00a0 eine\u00a0 pummeligen Hand nach ihm ausgestreckt wurde bevor der Mann starb.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Und wieder schrie Henry, schrie in seinem Bett bis er\u00a0 aufwachte. Am n\u00e4chsten Morgen schaltete er den Fernseher ein, als pl\u00f6tzlich ein Bericht \u00fcber einen Verkehrsunfall sich\u00a0 breit machte. Der Bankier Allen Rimborn geriet vor einen Transporter. \u00dcberwachungskameras vor der Bank zeichneten den Unfall auf und so wurde Henry Zeuge davon, wie Allen die pummelige Hand nach irgendetwas ausstreckte. Eine G\u00e4nsehaut \u00fcberzog seine Arme und ihm wurde flau im Magen. Desweiteren konnte sich keiner erkl\u00e4ren warum Hr. Rimborn einfach auf der Stra\u00dfe stehen blieb. Es war sein 25.er Hochzeitstag gewesen und er hatte seiner Frau ein Collier gekauft, welcher noch in seiner Tasche gefunden wurde.<\/strong><br \/>\n<strong>Henry lief ins Bad um sich zu \u00fcbergeben.<\/strong><br \/>\n<strong>Nach den zwei Vorf\u00e4llen blieb er 3 Wochen lang verschont, aber dann tr\u00e4umte er erneut. ein kleines Kind welches in einem Krankenbett lag, angeschlossen an unz\u00e4hligen Apparaten, die st\u00e4ndig piepten. Das schmale Wesen hatte keine Haare, so war es unm\u00f6glich zu sagen, ob es ein M\u00e4dchen oder Junge war. Henry stiegen\u00a0 Tr\u00e4nen in die Augen, die daheim sein Kissen benetzten. Pl\u00f6tzlich schlug es die Augen auf, welche angef\u00fcllt waren mit so viel G\u00fcte und einer Reife, die den meisten Erwachsenen fehlte. Kraftlos versuchte es eine Hand in die H\u00f6he zu heben, eine Tr\u00e4ne rollte aus seinem Augenwinkel. Durch die Atemmaske h\u00f6rte Henry ihn\u00a0 sagen: \u201eWer bist du?\u201c Henry drehte sich in seinem Traum um, aber da stand niemand. Er zeigte auf sich selber und das Kind nickte. Auf einmal piepsten die Apparate unkontrolliert und das Kind wurde von Kr\u00e4mpfen gesch\u00fcttelt. Schaum lief ihm aus dem Mund und die Augen begannen zu bluten. Es starb vor seinen Augen, ebenso wie die anderen beiden zuvor und alle Zuk\u00fcnftigen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nun war ein Jahr vergangen, soviel Tode gesehen und erlebt. Henry schien um Jahre gealtert zu sein, sein Gesicht war zerfurcht, seine Haare wurden bereits grau und sein Stoppelbart gab ihm das Gesicht eines Obdachlosen. Immer \u00f6fter griff er nun zur Flasche um sich zu bet\u00e4uben. Er f\u00fchlte sich verantwortlich, er f\u00fchlte sich als M\u00f6rder. Er tr\u00e4umte von Menschen die starben, aber sie starben, weil sie ihn tats\u00e4chlich wahrnahmen. H\u00e4nde wurden nach im ausgestreckt, Blicke flehten ihn an sie am Leben zu lassen. Warum passierte ihm das nur, wieso musste er zusehen? Warum mussten die Menschen sterben, nur weil er sie sah?<\/strong><br \/>\n<strong>Bereits\u00a0 acht Mal versuchte er sich\u00a0 das Leben zu nehmen, jedoch immer ging irgendetwas schief. Der Abzug klemmte, das Seil riss, die Tabletten erzeugen eine \u00dcbelkeit, dass er davon erbrach\u2026 Es war als wollte etwas nicht dass er starb, sondern dass er leidete\u00a0 und dabei weitere Menschen mitnahm.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Als er diese Nacht sich schlafen legte\u00a0 nahm er den\u00a0 Spiegel von der Wand und legte ihn mit ins Bett in der stillen Hoffnung sich selbst im Traum zu sehen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pinks<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ebenfalls hier hatte ich versucht ein gewisses Zeitlimit nicht zu \u00fcberschreiten, wodurch alles etwas gestaucht wirkt&#8230;. Schwei\u00dfgebadet wachte er auf. 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